Abgesehen von den beiden knuffigen Kanten Reb und Lou (dieses Paar ist einfach DER Kracher), bin ich im Nachhinein doch stark von der inhaltlichen Stimmigkeit des Ganzen überrascht gewesen.

Natürlich ist Reb "Motherfucker!" Brown in typischem Actingmodus der Marke "Schreien und Schießen", während Lou "Hulk mit Herz" Ferrigno sich kulleräugig durch die Kulissen grinst. Aber gleichzeitig ist das vorherrschende Thema das der Freundschaft, welches sogar von dem Gangster-Duo Tony und Mario nochmal gespiegelt wird, die fast schon so eine Art Bad Guy-Variante der Männerliebe des Titelpaares präsentieren.
Dazu wird die Beschützerrolle vom Anfang zum Finale natürlich hübsch umgedreht, während Reb und Lou jeweils ihre Traumata verarbeiten. Lou seinen Kopfschuss und Reb sein "Lou nicht beschützen können". Das hört sich zwar jetzt vielleicht etwas hochgestochen an, gibt dem Streifen aber deutlich mehr Seele als artverwandte Actionkracher auffahren.

Und trotz diesem eigentlich lieben Kern gibt es kaltblütige Rache-Aktionen, raue Käfigkämpfe und eben einen überraschend interessanten B-, C-Movie-Cast der hier aufgefahren wird. Hätte man die erste Dreiviertelstunde einen Tacken gestrafft, hätte man aus dem Ganzen wohl noch mehr rausholen könne. Aber eben auch so ist "Cage Fighter" ein unterhaltsamer Klopper mit sympathischen Figuren, der überraschend konsequent durchgezogen wurde. Hut ab!