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1999 | 9von10 | Drama | Jackie Sawiris | Leslie Lowe | Madison Eginton | Michael Doven | Mystery | Nicole Kidman | Peter Benson | Romanze | Sky Dumont | Stanley Kubrick | Sydney Pollack | Thriller | Todd Field | Tom Cruise

Eyes Wide Shut

Eingefügtes Bild

Erscheinungsjahr: 1999
Regie: Stanley Kubrick

Darsteller: Tom Cruise
Nicole Kidman
Madison Eginton
Jackie Sawiris
Sydney Pollack
Leslie Lowe
Peter Benson
Todd Field
Michael Doven
Sky Dumont

Inhalt@OFDB

An Kubricks letzten Film vor seinem plötzlichen Tod habe ich mich lange Zeit nicht heran getraut, vor allem da mich die Story auf den ersten Blick nicht sonderlich begeisterte. Nur las ich allerdings in der IMDB, das es inszenatorische Parallelen zwischen "The Ninth Gate" und "Eyes Wide Shut" geben sollte, und da mir Polanskis Werk zuletzt ja recht gut gefiel, holte ich heute direkt die "Eyes Wide Shut" Blu-ray aus dem Regal.
An dem interessanten und durchweg spannenden Werk rieben sich die Beteiligten 400 Drehtage lang geradezu auf. Kubrick starb kurze Zeit nach Abschluss des Films und die Ehe von Cruise und Kidman ging in die Brüche. Geschadet hat dieses Reinhängen der Beteiligten kein Bisschen.
Unterstützt von einem tollen minimalistischen Soundtrack, läuft Dr. William Harford(Tom Cruise), aufgrund sexueller Fantasien seiner Frau mit einem anderen Mann, in einer Weihnachtsnacht durch Manhatten, auf der Suche nach einer Möglichkeit sich selbst seine Sexualität zu beweisen, sich an seiner Frau zu rächen und wieder ein ganzer Mann zu sein.
Die Sogwirkung mit der der Hauptdarsteller dabei immer tiefer in einen Moloch aus Lust und Sex gerät, überträgt sich wunderbar auf den Zuschauer und lässt diesen gespannt verfolgen, welche "Abenteuer" Harford dort erlebt. Doch diese Erlebnisse schlagen alsbald in Gefilde um, dessen Existenz sich Harford zuvor nichtmal im Traum vorstellen konnte.
Inszenatorisch, schauspielerisch und filmisch ist "Eyes Wide Shut" äußerst gut gelungen. Allein der Beginn des Films, in dem Nicole Kidman von Sky Dumont bezirzt, ist so straff und packend inszeniert, das man die nun folgenden 2,5 Stunden kaum noch erwarten kann.
Zwar gibt es während der stattlichen Laufzeit auch ein paar zu lang gezogene, etwas schleppende Szenen
dessen Bedeutung für den Gesamtkontext zunächst nicht ganz klar werden, aber der Großteil des Films ist wahrlich großartig geworden.
Worüber "Eyes Wide Shut" nun genau handelt und was die Aussagen des Films sind könnte man wohl selbst ein Buch drüber schreiben. Der Film spielt mit etlichen Hinweisen und Anspielungen, viele auch nur in einzelnen Wörtern, bestimmten Setdekos oder kurzen Dialogen.
Aber selbst wenn man sich nur bedingt mit der Materie auseinandersetzen will, ist es allein die Inszenierung und die angesprochene Sogwirkung die "Eyes Wide Shut" zu einem weiteren Meisterwerk Kubricks macht.

9/10

Kommentare (3)
  • executor
    Oh man. "Eyes wide shut" ist der einzige Kubrick-Film den ich nicht ziemlich großartig fand. Die Aneinanderreihung von oftmals traumwandlerischen, leicht verruchten Episoden ist so zäh und ich verstehe was du mit der angesprochenen Sogwirkung meinst. Diese hatte bislang auch jeder Kubrick-Film für mich, aber "Eyes wide shut" versagte da auf ganzer Linie.
    Das Geschehen ist zwar nicht langweilig, aber hat mich zu keiner Zeit gepackt. Die Inszenierung war gediegen, aber was da im Film passiert schrammte manches Mal schon an der Lächerlichkeit.

    Um es mal zu simplifizieren und ACHTUNG SPOILER für diejenigen, welche den Streifen nicht gesehen haben:
    Cruise und Kidman kiffen und sie meint, dass sie mal an Sex mit einem anderen Mann gedacht hat. Cruisi ist angezickt und denkt insgeheim darüber nach selber der Lust vielleicht nachzugeben und wandert deshalb Odysse-haft durch die Straßen, bis er nach einigen Abenteuer wieder zu Hause landet. Am folgenden Tag reden Cruise und Kidman etwas und finden, dass sie das blöde Gequatsche einfach mal sein lassen und am besten mal ordentlich ficken sollten. The End.

    Dafür 160 gediegen inszenierte Minuten Padding. Dank Kubricks Stil zwar keine komplette Zeitverschwendung, aber für mich das Ödeste vom Meister. Einziger Lichtblick ist die in einigen Sequenzen überraschend gut transportierte Erotik der Cruise'schen Irrwege, ohne dabei (bis auf die Sekten-Sequenz) sonderlich deutlich zu werden.

    Sicherlich kein schlechter Film, aber beim ollen Stanley hätte ich mir deutlich mehr erhofft und die abschließende Szene des Films lässt das Vorhergegangene (zumindest für mich) unfreiwillig komisch wirken.

    Und um mal wieder etwas polarisierendes loszulassen: "A.I." seh ich da lieber als Kubrick-Vermächtnis an als "Eyes Wide Shut", der zwar in seinen erotischen Träumen wohl die Augen ziemlich aufreißt, aber nach dem Aufwachen eher zum Kopfschütteln und Vergessen einlädt.
  • C4rter
    Zitat:
    Cruisi ist angezickt und denkt insgeheim darüber nach selber der Lust vielleicht nachzugeben und wandert deshalb Odysse-haft durch die Straßen, bis er nach einigen Abenteuer wieder zu Hause landet. Am folgenden Tag reden Cruise und Kidman etwas und finden, dass sie das blöde Gequatsche einfach mal sein lassen und am besten mal ordentlich ficken sollten. The End.


    Das was du da beschreibst habe ich auch mehrmals gelesen über die Jahre.
    Aber das empfand ich so ganz und gar nicht. Diese diversen kleinen Aspekte die das alles zusammenhalten und die Kubrick überall eingebaut hat und das Cruise sich wirklich von Sexloch zu Sexloch arbeitet, ich mein, lol, selbst der Kostümverleiher verkauft seine Tochter zum ficken. Das fand ich schon grandios irgendwie.
    Und wie diese Punks ihn auf der Straße zu Beginn noch anrempeln und runtermachen aufgrund seiner Größe, was ihn dann final anstachelt es sich selbst zu beweisen das er noch was kann.
    Auch das auftauchen des Regenbogens von dem die beiden Frauen zu Beginn sprechen, z.B. später dann beim Kostümverleih, fand ich interessant.
    Oberflächlich kann man das ganze als billiges, ggf. gar langweiliges(was ich definitiv verneinen muss eigentlich) Sexdings sehen, aber das fand ich, wenn man nur etwas genauer hinguckt und sich vom Film gefangen nehmen lässt, so ganz und gar nicht. Hat mich schwer überrascht das Teil.
  • executor
    Ok, als "billiges Sexding" wird wohl niemand das Teil aufgenommen haben (hoffentlich, oder?), denn dafür ist ja auch ein bisserl zu wenig Sex für die quantitativ begeisterbaren Massen da.

    Dahingehend hätte Kubrick ja deutlich mehr Kapitel aus der "Ehepaar"-Besetzung schlagen können und zumindest eine ziemlich an hardcore grenzende Sexszene mit den Beiden einbauen können. Aber wir sind ja hier schließlich nicht bei "9 Songs". ;-)
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Aktualisiert (Sonntag, den 08. August 2010 um 16:19 Uhr)